LNG-Terminals

Um die deutsche Automobilindustrie vor Zöllen aus Amerika zu schützen, hat Deutschland zugesagt, verflüssigtes Erdgas (LNG) aus den USA im großen Stil zu importieren. Dieses Gas wird in den USA durch Fracking gewonnen, mit einem gewaltigen Energieaufwand verflüssigt und mit großen Schiffen an die niedersächsische Nordseeküste verfrachtet. Dort sollen jetzt zwei Terminals entstehen, um das Gas von den Schiffen an Land zu bringen, wo es eingesetzt wird, um Schiffe, Gaskraftwerke und Heizungen zu betreiben. Zusätzlich plant die Bundesregierung Gasimporte über Nord Stream II aus Russland. Darüber hinaus wird auch in Niedersachsen an zahlreichen Stellen Erdgas mittels Fracking an die Oberfläche befördert.

Dieses ganze Gas soll laut Bundes- und Landesregierung als Brückentechnologie dienen, um die Braunkohle durch einen vermeintlich weniger klimaschädlichen Brennstoff zu ersetzen. Auch die niedersächsische Landesregierung hält den Ersatz von Braunkohle durch einen weiteren fossilen Brennstoff für Klimaschutz, allerdings bewirkt der Umstieg von Kohle auf LNG langfristig eher das Gegenteil: Zwar entsteht bei der Verbrennung von LNG 20% weniger CO2, als bei anderen Brennstoffen, wie Öl, Diesel oder Kohle und es entsteht quasi kein Feinstaub, dafür hat LNG, das zu großen Teilen aus Methan besteht eine Reihe von Problemen: Damit das Gas verflüssigt werden kann, ist eine gewaltige Energiemenge nötig, die in etwa der Hälfte der gesamten Energie entspricht, die in dem Gas steckt. Darüber hinaus geht bei jedem Transport ein gewisser Anteil Methan verloren, der in die Atmosphäre entweicht. Der genaue Treibhauseffekt von Methan ist noch nicht abschließend erforscht, je nach wissenschaftlicher Einschätzung ist der Treibhauseffekt von Methan zwischen 30 und 86 mal größer, als der von CO2, sodass LNG keinesfalls weniger klimaschädlicher ist, als andere fossile Brennstoffe.

Strukturen für eine solche Technologie zu bauen, die bis zu dreißig Jahre genutzt werden soll halten wir für unverantwortlich. Das Argument, dass die Strukturen für den Transport von grünem Wasserstoff umgerüstet werden könnten halten wir für vorgeschoben. Wenn das das Ziel wäre, könnte man direkt Wasserstoff Terminals und Leitungen bauen.